My Two Cents: Atomenergie

Seit den Geschehnissen von Fukushima wird auch in Deutschland wieder heftig über die Atomenergie diskutiert. Erst vor kurzem stuften die japanischen Behörden den Vorfall als eine 7 auf der INES Richterskala ein, womit Fukushima auf einer Stufe mit Tschernobyl steht, auch wenn die Menge der ausgetretenen radioaktiven Stoffe noch nicht so groß ist wie bei Tschernobyl.

 

Doch auch bereits vor Fukushima wurde die Atompolitik der Schwarz/Gelben Regierung wegen der Laufzeitverlängerung deutscher Atommeiler kritisiert. Fukushima sorgt dafür, dass die Regierung zurückrudert, ein 3-monatiges „Moratorium“ ausspricht. In diesen 3 Monaten sollen die ältesten AKWs zur Überprüfung vom Netz gehen und auf ihre Sicherheit geprüft werden, bei allen anderen AKWs soll dies während des Betriebs geschehen. Böse Zungen behaupten, dass dies nur wegen der bevorstehenden Landtagswahlen geschieht, um nicht völlig unter zu gehen. Für die Grünen bedeutete dies bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg ein neues Hoch, wie es momentan aussieht, werden sie sogar den Ministerpräsidenten stellen. Doch die Energiekonzerne drohen bereits mit rechtlichen Mitteln gegen das Moratorium, wurden ihnen doch erst vor kurzem längere Laufzeiten durch die Regierung ermöglicht.

 

In Japan scheint sich die Lage nicht wirklich zu verbessern. Die Regierung lässt die Sperrzone weiter ausweiten, wenn auch nicht überall auf der Stelle. Die Sperrzone im Umkreis von 20km um den Reaktor wird wohl mindestens für die nächsten 20 Jahre unbewohnbar bleiben.

 

In Deutschland werden währenddessen die Schreie nach dem sofortigen Atomaussieg immer lauter. Begründet wird der verlangte Ausstieg mit den unkalkulierbaren Restrisiken und mit der immer noch bestehenden Problematik der Endlagerung. Auf der anderen Seite stehen die immensen Kosten, die ein solcher Ausstieg verursachen würde, von den möglichen Entschädigungen an die Energiekonzerne einmal abgesehen.

 

Doch wie löst man dieses Problem jetzt. Eins ist sicher: Man wird nicht alle Atomkraftwerke in Deutschland sofort abschalten können. Diese Forderung ist meiner Meinung nach utopisch. Wir werden auf ein paar AKWs verzichten können, aber gleichzeitig werden wir auch noch ein paar AKWs benötigen, um die Versorgungssicherheit weiterhin gewährleisten zu können, zumindest für die nächsten paar Jahre. Gleichzeitig muss einem aber auch klar sein, dass Atomkraftwerke keine ewige Lösung für unseren Energiebedarf sein können, da auch Uran und Plutonium Rohstoffe sind, deren Vorkommen irgendwann aufgebraucht ist. Auch die Endlagerung stellt ein unlösbares Problem dar. Das Abfallprodukt Iod 129I besitzt eine Halbwertszeit von etwa 15.700.000. Da es sich hierbei aber um die Halbwertszeiten handelt, bedeutet dies, dass sich nach Ablauf dieser Zeit erst die Hälfte des Stoffes zersetzt hat. Selbst wenn man es schaffen würde, das Iod 129I die 15,7 Mio. Jahre sicher zu lagern, wäre erst die Hälfte verschwunden. Dabei sind die Halbwertszeiten der Zerfallsprodukte noch nicht mit eingerechnet. Allerdings haben wir es noch nicht einmal geschafft, radioaktive Abfallprodukte 50 Jahre lang sicher zu lagern, wie man am Beispiel Asse sehen kann.

 

Es ist also deutlich, dass die Atomenergie auf lange Sicht keine Zukunft haben kann, zumindest nicht mit den Technologien, die heute angewandt werden. Wir müssen uns also nach Alternativen umschauen. Fossile Brennstoffe sind dabei auf lange Sicht auch keine Lösung, da ihr Vorkommen genau wie die radioaktiven Brennstoffe begrenzt und das bei der Verbrennung entstehende CO2 nach heutigem Wissensstand klimaschädigend ist. Die einzigen Alternativen, die uns bekannt und bisher auch wirtschaftlich nutzbar sind, sind Wind-, Wasser- und Solarenergie. Allerdings sind diese Technologien noch recht teuer. Darum werden sie auch subventioniert. Mit steigender Nachfrage nach diesen sind auch langfristig sinkende Preise zu erwarten (schon komisch, nach dem Marktpreismodell müsste eigentlich genau das Gegenteil passieren), da mit steigender Nachfrage eine Massenproduktion wirtschaftlich attraktiv wird und durch eine Massenproduktion die Produktionskosten pro Stück fallen, was wiederum den Produzenten ermöglicht, die Preise zu senken (davon ausgegangen, dass sie dies auf Grund der Konkurrenzlage auch tun werden, wenn es ihnen möglich ist, um so einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.) Gegner dieser Energien argumentieren, dass sie die Landschaft durch ihr Erscheinungsbild zerstören. Ich bin jedoch der Meinung, dass wir auf lange Sicht gar keine Alternative haben. Es macht keinen Unterschied, ob wir jetzt schon mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien beginnen, oder ob wir warten, bis wir nicht mehr wissen, wo wir den radioaktiven Abfall noch hinbringen können und uns die fossilen Rohstoffe ausgehen.

 

Eine andere Alternative zu Atomenergie, die ich bisher noch nicht angesprochen habe, ist die Kernfusion. Diese befindet sich allerdings momentan noch in der Erforschung, bisher existiert meinem Wissen nach noch kein Reaktor, der wirtschaftlich betrieben werden könnte. Ich hatte im Herbst 2010 die Chance, auf einer Kursfahrt mit meinem Seminarfach Energie und Umwelt einen Kernfusionsreaktor an der Universität München besuchen zu können. An diesem wird die Nutzung der Kernfusion erforscht. Eine Kernfusion ist in etwa das Gegenteil einer Kernspaltung. Anstatt einen Kern zu spalten werden zwei Kerne zu einem Verschmolzen, wobei Energie frei wird. Der Vorteil gegenüber der Kernspaltung ist, dass diese Reaktion abgebrochen werden kann, da die Kernfusion Energie von außen braucht. Rechnerisch entsteht bei einer Kernfusion mehr Energie, als hinzugefügt werden muss, um die Reaktion am Laufen zu halten. Dies liegt daran, dass hier Materie in Energie umgewandelt wird (E= mc2 lässt grüßen). Daher ist diese Technik theoretisch zur Energieerzeugung geeignet. Die Herausforderung ist nur, diese Reaktion zu erzeugen und am Laufen zu halten.

 

Die Reaktion ist wie schon angesprochen leicht zu stoppen, bei der geringsten Störung wird nicht mehr genug Energie geliefert, um die Reaktion am Laufen zu halten, das „Feuer“ geht einfach aus. Anders als bei der Kernspaltung in einem AKW. Dort werden Atomkerne durch Neutronenbeschuss gespalten. Bei dieser Spaltung entstehen neue Neutronen, die wiederum andere Kerne spalten. Bei einem richtigen Oberflächen-Volumen-Verhältnis, auch als kritische Masse bezeichnet, läuft diese Reaktion ohne Neutronenbeschuss von außen ab. Die einzige Möglichkeit, die Reaktion zu stoppen, ist, das Oberflächen-Volumenverhältnis so zu verändern, dass die Neutronen eher die Masse verlassen als zu neuen Spaltungen zu führen. Dies ist aber nur solange einiger Maßen gefahrlos möglich, solange der Stoff im festen Zustand bleibt. Bei dieser Reaktion entsteht jedoch Hitze, sehr große Hitze. Diese kann genutzt werden, um mit z.B. Wasserdampf Turbinen anzutreiben. Werden aber die Brennstäbe nicht ausreichend gekühlt, schmilzt das radioaktive Material, die Masse läuft zusammen und kann nicht mehr getrennt werden. Nun ist die Reaktion außer Kontrolle und nicht mehr zu stoppen. Daher nennt man dieses Phänomen auch Kernschmelze, da das Radioaktive Material geschmolzen ist. Dies ist zumindest teilweise auch in Fukushima passiert.

 

Ein Problem ist jedoch, dass immer mal wieder das nötige Geld fehlt, um in München weiter an der Kernfusion forschen zu können oder um neue Teile anfertigen zu lassen. Auch hier könnte der Staat mit Subventionen weiterhelfen.

 

Mein Fazit daraus lautet also, dass es Alternativen zur Atomenergie gibt und langfristig gesehen werden diese auch nötig sein. Sofort abschalten kann man die Atomenergie nicht. Aber man kann jetzt schon die Alternativen vorbereiten, damit in ein paar Jahren die Atomenergie überflüssig wird. Die Alternativen sind vorhanden und haben auch gezeigt, dass sie funktionieren. Dass dies billig wird, hat jedoch nie jemand gesagt.

 

P.s. Dies war meine persönliche Meinung zu dem Thema Atomenergie, nichts weiter. Wer seine Ansicht zu dem Thema kundtun möchte, darf dies gerne in den Kommentaren machen.

 

Kommentare: 8 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Oberst Korniloc (Samstag, 16 April 2011 12:32)

    Junge ein Restrisiko gibt es immer, dir kann auch ein Windrad auf den Kopf fallen, jeden Tag sterben 3 Vögel ein schwerzvollen Todes, weil die da Reinfliegen und die Kernfusion, das sollten wir der Sonne vorgehalten, sonst wäre das Gotteslästerung gegen Ra!

  • #2

    Der geile Öko *rrrr* (Samstag, 16 April 2011 12:39)

    Antomkraft ist genauso subpotimal wie Frisöre, Peace und so!

  • #3

    shortcircuitsoftware (Samstag, 16 April 2011 12:54)

    Sorry, Mahmud Ahmadinedschad (ich bezweifel, dass das dein richtiger Name ist, aber egal), die eigene Meinung zu äußern ist ok, Beleidigungen sind es aber nicht. Darum wurde den Kommentar entfernt.

  • #4

    Captain Cock (Samstag, 16 April 2011 13:02)

    @shortcircuitsoftware hat recht, beleidigungen sind echt nicht okay

  • #5

    shortcircuitsoftware (Samstag, 16 April 2011 13:05)

    Auch für dich, ejakulierender erich, gilt das selbe, das ich bereits weiter oben zu Mahmud Ahmadinedschad gesagt habe. Darum wird dein Kommentar ebenfalls gelöscht.

  • #6

    Geile Schlampe 300 (Samstag, 16 April 2011 13:05)

    Erstmal ruhig ihr SüzZen,
    Ich fiNde shortcircuitsoftware hat mit seinen Auffassungen ganz recht!

    @shortcircuitsoftware: Hättest du Lust das Mal persönlich auf einen Kaffee zu bequatschen? ;-)

  • #7

    KIng Jules (Samstag, 16 April 2011 13:10)

    Leute wer auch immer ihr seid, macht mal Tobbi bitte nicht so fertig, mag ja sein dass ihr eure eigenen Auffassungen zu dem Thema habt, aber das ist echt nicht okay, sonst echt koreekte Meinung Tobbi ;-)

  • #8

    shortcircuitsoftware (Samstag, 16 April 2011 13:33)

    Wegen feindlicher Tendenzen gegen gewisse Bevölkerungsgruppen und da die Kommentare sowieso nicht sachdienlich waren, habe ich auch den Kommentar von "Horny Honecker" und "Ötzi" entfernt. Wenn ihr etwas su sagen habt, dann macht das doch bitte, ohne irgendwelche Menschen zu diskriminieren ;)

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