Und eines Tages liegt keine Zeitung mehr vor der Tür

So gut wie jeder Haushalt hat eine Zeitung abonniert. Oftmals eine Regionalausgabe, manche lassen sich aber auch eine der bekannteren Zeitungen, wie Zeit, FAZ, Handelsblatt, etc. zusenden. Jeden Morgen liegt sie vor der Tür, wird hereingeholt und gelesen. Oftmals beim Frühstück oder in der Mittagspause bei der Arbeit. Dabei ist die Zeitung von heute doch so unpraktisch. Sie kostet viel Geld (Die Nord-West-Zeitung, die vorherrschende Zeitung in meinem Wohngebiet kostet etwa 330€ im Jahr.), erzeugt viel Papiermüll, dessen Entsorgung wiederum kostet, und ist voll von Werbung. Die Qualität der Artikel ist oftmals fragwürdig. Und die meisten News sind einem sowieso schon bekannt, dank Fernsehen, Radio oder Internet.

 

Ich sage, die Papierzeitung wird verschwinden. Nicht heute, nicht morgen, aber sicher in den nächsten 10 Jahren. Stattdessen werden wir unsere Zeitung morgens per Download auf unserem Tablet oder Laptop erhalten. Ohne nerviges Papier, ohne nervige Werbung. Und trotzdem kann sie günstiger sein und mehr Qualität bieten.

 

Die Möglichkeiten, bei diesem Konzept Geld einzusparen, liegen auf der Hand: Sie muss nicht gedruckt werden und niemand muss sie ausliefern. Eine Redaktion erstellt sie einfach digital und lädt sie auf dem Server hoch. Der Kunde selbst hat sein Abonnement online abgeschlossen, sich die entsprechende App oder Software heruntergeladen und bekommt automatisch die neueste Version digital zugeschickt. Weltweit. Fährt der Kunde in den Urlaub, muss er nicht mehr umständlich den Nachbarn bitten, die Zeitungen zu verwahren/entsorgen oder für den Zeitraum die Zustellung abbestellen. Er kann morgens am Strand liegen und die aktuelle Zeitung auf seinem Tablet lesen. (vorausgesetzt, er hat sie vorher heruntergeladen.) Um Informationen zu einem älteren Thema zu erhalten, muss man keine Stapel von Papierzeitungen mehr durchwühlen, eine Suche im Archiv genügt. Möchte man einen Artikel aufbewahren, packt man diesen zu seinen Favoriten, wer sich ihn an die Wand hängen möchte, druckt ihn einfach aus.

 

Aber der Online-Vertrieb bietet weitere neue Möglichkeiten. Mit ihm ist es möglich, Videos in einem Artikel einzubinden, man könnte zum Beispiel über ein Video, das Wikileaks zugespielt wurde, lesen und es sich direkt anschauen. Man kann eine Filmkritik lesen und sich direkt den Trailer dazu anschauen. Es gibt keine Beschränkung mehr bei der Anzahl der Bilder, die ein Artikel enthält, da einem der Platz anders als beim Papier nicht ausgehen kann. So ist es möglich, dass nicht nur die Schlagzeilen mit Bildern bestückt werden, auch zu kleineren Artikeln können Fotos geliefert werden. Auch das direkte verlinken in Artikeln ist so möglich.

 

Tablets werden immer günstiger und immer mehr Personen besitzen eins. Aktuelle Tablets mit Android bekommt man heute schon ab 200€.

 

Und auch die ersten Zeitungen, die nur Online vertrieben werden, gibt es bereits. Für das iPad zum Beispiel gibt es die englischsprachige „The Daily“.

Es handelt sich dabei um eine Tageszeitung, und dennoch kostet sie nur 0.99$ pro WOCHE, bzw. 39$ im Jahr. Im Vergleich zur NWZ auf Papier spart man also etwa 290€. Dieses Geld kann man stattdessen in ein Tablet investieren.

 

Aber auch immer mehr traditionelle Zeitungen bieten zusätzlich eine Online-Variante an. Einige im PDF-Format auf ihrer Website, manche aber auch als angepasste Variante für das iPad oder für Android.

 

Ich persönlich habe kein Problem damit, dass die Papier-Zeitung verschwindet. Eine Online-Zeitung spart einem Entsorgungskosten und ist vielleicht auch schonender für die Umwelt. (Um dazu genaueres zu sagen müsste jemand mal die Papierersparnisse mit dem dadurch entstehenden Stromverbrauch gegenrechnen.) Und dennoch bietet sie einem mehr als eine traditionelle Zeitung.

 

 

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Kommentare: 2 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Martin (Freitag, 24 Juni 2011 15:38)

    Und wieder mal gibt es vor und nachteile. Die echte online Zeitung sorgt beim Verlag für den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Redaktion. Wenn die Printmedien wegfallen ( oder geringer werden) sparen wird unmängen an Papier ( Rohstoffe ) Strom für den Druck und Wasser ( in der Papierherstellung ) Aber es fallen auch viele Arbeitsplätze in den Druckereibetrieben weg. Und aus dem iPad kann mann keinen Papierhut basteln wenn wieder mal eine Renovierung ansteht.

  • #2

    shortcircuitsoftware (Freitag, 24 Juni 2011 16:54)

    Mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen bei den Druckbetrieben hast du Recht, aber dafür werden auch neue Arbeitsplätze im Bereich IT und Serverwartung geschaffen. Da der Druck weitesgehend automatisiert ist, denke ich, dass sich das in etwa ausgleichen könnte.

    Druckbetriebe könnten sich auch mehr auf Bücher konzentrieren, ich glaube nicht, dass diese so schnell verschwinden werden wie die Zeitung.

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