Meinungsfreiheit ist wichtiger als Jugendschutz, zumindest in den USA

Der Supreme Court hat in den USA entschieden, dass gewalthaltige Videospiele auch an Minderjährige verkauft werden dürfen, da auch diese Ideen und Gedanken vermitteln wie Bücher und Filme. Den Verkauf dieser Videospiele an Minderjährige zu verbieten ist daher für den Supreme  Court ein Verstoß gegen die Meinungsfreiheit, die im ersten Zusatzartikel der US-Verfassung garantiert wird. Weiterhin argumentiert der Supreme  Court damit, dass die Videospielindustrie bereits ein Kennzeichnungssystem eingeführt hat, dass ähnlich wie die USK die Eignung für Jugentliche bewertet. Nach diesem können sich Eltern orientieren, es ist aber nicht verpflichtend.

 

Aus Sicht eines Gamers freut es mich natürlich, dass der Supperme Court Videospiele auf eine Stufe mit Büchern und Filme stellt. Es wäre schön, wenn man dies in Deutschland genau so sehen würde. Stattdessen werden Videospiele in der deutschen Politik oftmals als Killerspiele angesehen, die Jugendliche zu Amokläufern werden lässt.

 

Anderer Seits finde ich das System der USK, dass Jugendlichen den Kauf von Videospielen verbietet, die für ihr Alter nicht geeignet sind, sehr sinnvoll. Hier können Eltern immer noch selbst entscheiden, ob sie trotzdem ihr Kind dieses Videospiel spielen lassen wollen, indem SIE es ihm kaufen. Bei dem deutschen System ist es aber nicht möglich, dass sich ein Jugendlicher das Videospiel heimlich kauft, ohne dass seine Eltern davon etwas mitbekommen.

 

Das deutsche Jugendschutzsystem hat aber einen großen Nachteil, der meiner Meinung nach die Meinungsfreiheit sehr stark einschränkt: Die Inidzierung.

 

Videospiele, die nach der Ansicht der Prüfer zu gewalthaltig sind, können indiziert werden, d.h. sie dürfen nicht öffentlich verkauft oder beworben werden. Genau hier werden volljährige Spieler bevormundet. Trotzdem ist das Videospiel weiterhin erst ab 18 Jahren erhältlich. Begründet wird dies damit, dass man möchte, dass Jugendliche erst gar nicht auf diese Titel aufmerksam werden. Daher auch das Werbeverbot und das Verbot, den Titel sichtbar im Laden aufzustellen.

Das Problem dabei ist jedoch, dass das System dadurch zugibt, dass es nicht funktioniert. Als volljähriger Käufer kann ich mir einen Indizierten Titel weiterhin kaufen, wenn auch durch Umwege, z.B. durch den Kauf unter der Ladenteke oder im Online-Versand. Lediglich der Kauf durch Minderjährige wird durch die Indizierung stark erschwert. Und hier liegt das Problem. Wäre das Videospiel nicht indiziert und ab 18 Jahre freigegeben, dürften Minderjährige es trotzdem nicht kaufen.

 

Durch die Indizierung möchte man also verhindern, dass Jugentliche Videospiele erhalten, die sie so oder so nicht kaufen dürften und damit gibt das System zu, dass es für Jugendliche wohl doch noch sehr einfach sein muss, an ab 18-Videospiele heranzukommen.

 

Die Indizierung beinhaltet für Gamer aber noch ein weiteres Problem: Um der Indizierung zu entgehen, schneiden die Hersteller oftmals Material aus ihren Produkten. Dies geht vom Verringern der angezeigten Blutmenge bis hin zum Herausschneiden von ganzen Sequenzen. Das Problem dabei ist jedoch, dass dadurch die eigentliche Idee des Entwicklers verfälscht, teilweise sogar zerstört wird. Durch das Schneiden wir die Meinung des Entwicklers verändert und verfälscht, der Entwicker wird in seiner Meinungsfreiheit beeinträchtigt. In diesesm Punkt sind die USA uns weit voraus.

 

 

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